150 Menschen protestieren in Grimmen gegen AfD-Wahlkampf
Wenn Parteien mit Forderungen nach Spezialeinheiten für Abschiebungen Wahlkampf machen, betrifft das nicht nur Menschen ohne deutschen Pass – es verändert das gesellschaftliche Klima für alle. Der Gegenprotest in Grimmen zeigt, dass Zivilgesellschaft auch in kleinen Städten Haltung zeigen kann und will. Für eine offene Gesellschaft ist das Sichtbarmachen von Widerspruch genauso wichtig wie die Berichterstattung über die politischen Forderungen selbst.
Grimmen steht exemplarisch für viele Kleinstädte in Vorpommern, in denen politische Auseinandersetzungen direkt auf der Straße stattfinden. 150 Gegendemonstrierende in einer Stadt dieser Größe ist keine Kleinigkeit – das ist organisiertes, lokales Engagement. Die Frage, welche Strukturen diesen Protest ermöglichen und wie er verstetigt werden kann, ist für die Demokratiearbeit in der Region entscheidend. Wer die Zivilgesellschaft in MV stärken will, muss solche Momente sichtbar machen und auswerten.