Wissenschaft & Gesundheit
2000 Jahre alte Traubenkerne enthüllen Ursprünge des Weinbaus
Forschende haben DNA aus 2000 Jahre alten Traubenkernen extrahiert und damit neue Erkenntnisse über die Ursprünge des modernen Weinbaus gewonnen. Die Studie zeigt, dass römerzeitliche Weinberge in der Toskana Teil eines komplexen landwirtschaftlichen Netzwerks waren und belegt überraschenderweise eine frühere Dominanz weißer Traubensorten in der heute für rote Weine bekannten Chianti-Region. Die Methode der Paläogenomik eröffnet vielversprechende Möglichkeiten, um Kulturpflanzen und ihre historische Entwicklung besser zu verstehen. Für die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern könnten vergleichbare genetische Analysen regionaler Nutzpflanzen wertvolle Hinweise für eine klimaresistente Züchtung liefern.
Die Studie verbindet Archäologie, Genomforschung und Agrargeschichte und zeigt, wie moderne Wissenschaft kulturelles Erbe erschließen kann. Sie liefert Erkenntnisse darüber, wie Menschen seit Jahrtausenden Pflanzen züchten und weitergeben – Wissen, das auch für den heutigen nachhaltigen Pflanzenbau relevant ist.
Die Forschung demonstriert das Potenzial der Archäogenetik, historische Landwirtschaftspraktiken zu rekonstruieren und neu zu bewerten. Methoden wie diese könnten zukünftig auch in Norddeutschland eingesetzt werden, um regionale Anbautraditionen besser zu verstehen und klimaresistente alte Sorten wiederzuentdecken.