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Monday, 14. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

30 Jahre Deutschland – und trotzdem kein Pass in Sicht

Sabrina Völz lebt seit über 30 Jahren in Deutschland, ist gesellschaftlich längst integriert – und scheitert dennoch an einem zermürbenden Einbürgerungsverfahren. Ihr Fall macht deutlich, wie bürokratische Hürden Menschen von formaler Zugehörigkeit ausschließen, die im Alltag längst dazugehören. Die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts 2024 war ein wichtiger Schritt, doch ob sie in der Verwaltungspraxis wirklich ankommt, muss kritisch beobachtet werden. Kommunen und Behörden in Mecklenburg-Vorpommern sind gefordert, Einbürgerungsverfahren aktiv zu vereinfachen statt Menschen über Jahre hinzuhalten.

Einbürgerung ist keine Verwaltungsformalität – sie entscheidet darüber, wer politisch mitbestimmen darf und wer nicht. Solange Menschen, die Jahrzehnte in Deutschland gelebt und gearbeitet haben, vom Wahlrecht ausgeschlossen bleiben, bleibt die Demokratie strukturell unvollständig. Vereinfachte und schnellere Einbürgerungsverfahren stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die demokratische Legitimation.

Das Einbürgerungsrecht ist ein Gradmesser dafür, wie ernst ein Staat Gleichberechtigung nimmt. Die Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes von 2024 senkt zwar Hürden, doch die Verwaltungsrealität hinkt der Gesetzeslage oft hinterher. Für Mecklenburg-Vorpommern – mit seinem Fachkräftemangel und demografischen Druck – wäre eine proaktive, schnelle Einbürgerungspraxis auch wirtschaftlich sinnvoll. Kommunen könnten hier vorangehen und Einbürgerungsverfahren aktiv begleiten statt passiv abzuwarten.