300 Menschen in Potsdam für Verbot rechtsextremer Parteien
Ein Parteiverbotsverfahren ist eines der schärfsten Instrumente, das eine Demokratie gegen ihre eigene Aushöhlung einsetzen kann – und zugleich das am schwersten durchzusetzende. Dass Bürgerinnen und Bürger selbst Druck machen, statt auf Parteien und Gerichte zu warten, stärkt die demokratische Selbstwirksamkeit. Für Menschen in ostdeutschen Bundesländern, wo rechtsextreme Parteien teils überdurchschnittlich stark sind, ist die Frage besonders drängend: Wann greift der Rechtsstaat – und für wen?
Die Initiative 'PRÜF' setzt auf zivilgesellschaftlichen Druck als demokratisches Mittel, um Institutionen zur Handlung zu bewegen. Das ist kein Randphänomen: In Ostdeutschland, wo rechtsextreme Strukturen seit Jahrzehnten tief verankert sind, hat diese Debatte eine andere Schärfe als anderswo. Ob ein Verbotsverfahren realistisch und wirksam ist, bleibt offen – aber die öffentliche Forderung danach ist selbst ein demokratischer Akt, der zeigt, dass Zivilgesellschaft nicht wartet, bis Entscheidungsträger handeln.