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Thursday, 6. August 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

410 islamistische Gefährder: Beratungsstellen verzeichnen Rekordzulauf

Das Bundeskriminalamt verzeichnet aktuell 410 islamistische Gefährder in Deutschland – ein Anstieg, der seit dem Hamas-Angriff im Oktober 2023 auch die Beratungsstellen vor neue Herausforderungen stellt. Bemerkenswert ist, dass immer mehr Angehörige selbst aktiv Hilfe suchen – ein Zeichen, dass Prävention wirkt und Vertrauen in staatliche Unterstützungsangebote wächst. Die Zahlen machen deutlich, dass Radikalisierung nicht allein durch Sicherheitsapparate bekämpft werden kann, sondern frühe soziale Intervention braucht. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und niedrigschwellige Beratung sind dabei mindestens so wichtig wie Überwachung.

Radikalisierungsprävention schützt nicht nur unmittelbar Betroffene, sondern stärkt das demokratische Zusammenleben insgesamt. Familien, die sich Hilfe suchen, übernehmen Verantwortung für den gesellschaftlichen Frieden – das ist eine Form aktiver Zivilgesellschaft. Eine offene Gesellschaft braucht niedrigschwellige Beratungsangebote, die Menschen ohne Stigmatisierung erreichen, bevor Radikalisierung weit fortgeschritten ist.

Der deutliche Anstieg bei Beratungsanfragen zeigt, dass gesellschaftliche Krisen wie der Nahostkonflikt unmittelbare Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl und die Familienrealität in Deutschland haben. Demokratische Institutionen müssen hier mit zivilen Präventionsstrukturen zusammenarbeiten – Repression allein reicht nicht. Beratungsstellen wie die des BKA sind wichtige Brücken zwischen Staat und Zivilgesellschaft und verdienen mehr öffentliche Aufmerksamkeit und Ressourcen.