65 Jahre Mauerbau: 37.000 DDR-Opfer erhalten Rente
Politisch motivierte Inhaftierung hinterlässt lebenslange Spuren – körperlich, psychisch, sozial und finanziell. Die Opferrente ist ein wichtiges Signal des Rechtsstaats, dass staatliches Unrecht nicht verjährt und Betroffene nicht allein gelassen werden. Für eine offene Gesellschaft ist die Aufarbeitung von Diktaturunrecht keine historische Pflichtübung, sondern ein lebendiger Teil demokratischer Selbstvergewisserung.
Die Zahl von 37.000 Rentenempfängern zeigt: DDR-Unrecht ist kein abstraktes Geschichtskapitel, sondern prägt Lebensläufe bis heute – gerade in Ostdeutschland. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie viele Betroffene keinen Antrag stellen, weil ihnen Bürokratie, Scham oder fehlende Unterstützung im Weg stehen. Demokratieförderung bedeutet hier konkret: niedrigschwellige Beratungsangebote ausbauen und ostdeutsche Biografien aktiv sichtbar machen.