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Saturday, 26. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

65 Jahre Mauerbau: Erinnerung als demokratische Aufgabe

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus betont Berlins Beauftragter für DDR-Aufarbeitung, dass das Erinnern an Verfolgung und Unterdrückung im SED-Staat keine bloße Pflichtübung ist, sondern eine aktive demokratische Aufgabe. Der Ansatz verbindet Geschichtsbewusstsein mit Handlungsermächtigung: Aufarbeitung soll Menschen stärken, nicht lähmen. Gerade in einer Zeit, in der autoritäre Tendenzen wieder lauter werden, bleibt dieses Erinnern politisch brisant und notwendig. Besonders für Ostdeutsche, die diese Geschichte am eigenen Leib erlebt haben, ist es wichtig, dass ihre Erfahrungen sichtbar bleiben und nicht instrumentalisiert oder vereinfacht werden.

Erinnerungskultur ist kein Selbstzweck – sie schützt demokratische Gesellschaften davor, Muster von Überwachung, Unterdrückung und Kollaboration zu wiederholen. Wer versteht, wie ein Unrechtsstaat funktioniert hat, erkennt früher, wenn ähnliche Mechanismen heute greifen. Besonders in Ostdeutschland, wo diese Erfahrungen familiär und biografisch verankert sind, ist aktive Aufarbeitung ein Beitrag zur demokratischen Resilienz.

Die Arbeit von Aufarbeitungsbeauftragten wie Frank Ebert ist eine strukturelle Antwort auf das Risiko, dass DDR-Erfahrungen aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden – oder politisch instrumentalisiert werden. In Mecklenburg-Vorpommern, wo viele Menschen eigene Erfahrungen mit dem SED-Regime haben, braucht diese Arbeit starke zivilgesellschaftliche Träger und institutionelle Unterstützung. Die Frage ist nicht ob erinnert wird, sondern wie und wessen Stimmen dabei gehört werden.