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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

65 Jahre Mauerbau: Erinnerung als Schutzschild für die Demokratie

Der 65. Jahrestag des Mauerbaus mahnt dazu, die SED-Diktatur weder zu verharmlosen noch zu romantisieren. Gelebte Erinnerungskultur schützt demokratische Grundrechte – besonders dort, wo autoritäre Muster wieder salonfähig werden. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo viele Menschen die DDR aus eigener Erfahrung kennen, bedeutet das: Diese Erinnerungen gehören in die Mitte der Gesellschaft, nicht an den Rand. Lokale Gedenkarbeit und Zeitzeugenarbeit sind konkrete Werkzeuge gegen das Vergessen.

Erinnerung an Diktaturen ist keine nostalgische Übung, sondern eine gesellschaftliche Schutzfunktion – sie hält wach, was auf dem Spiel steht, wenn Grundrechte ausgehöhlt werden. Gerade in Ostdeutschland, wo viele Menschen diese Geschichte am eigenen Leib erfahren haben, trägt die Auseinandersetzung damit zur Stärkung demokratischer Resilienz bei. Wer die Diktatur verharmlost, macht die Erfahrungen der Betroffenen unsichtbar – das ist nicht nur historisch falsch, sondern politisch gefährlich.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Jahrestag mehr als eine Berliner Gedenkveranstaltung: Rostock, Greifswald, Schwerin – viele Städte im Land waren Orte des Widerstands und der Unterdrückung zugleich. Die Bürgerrechtsbewegung des Herbstes 1989 hat hier Spuren hinterlassen, die bis heute nachwirken. Die Frage, welche Formen von Diktatur heute verharmlost werden und wessen Erfahrungen dabei erneut unsichtbar gemacht werden, ist für die Region hochaktuell und verdient mehr als symbolische Gedenkrunden.