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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

736 Angriffe auf Journalist:innen: Europa unter Druck

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Europa 736 Angriffe auf über 1.000 Journalist:innen registriert – neben körperlicher Gewalt nutzen Regierungen verstärkt Gesetze und Datenzugriff als Druckmittel gegen freie Berichterstattung. Der Schutz journalistischer Quellen gerät dabei besonders unter Druck. Ohne unabhängige Presse fehlt Bürger:innen ein zentrales Werkzeug, um Machtmissbrauch aufzudecken und zur Rechenschaft zu ziehen. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Journalist:innen selbst, sondern alle, die auf informierte demokratische Teilhabe angewiesen sind.

Pressefreiheit ist keine abstrakte Journalistenforderung – sie ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Bürger:innen überhaupt wissen, was Mächtige tun. Wenn anonyme Quellen nicht mehr geschützt sind, schweigen Whistleblower, und Machtmissbrauch bleibt unsichtbar. Für eine offene Gesellschaft ist das ein direkter Schaden.

Die Zahlen zeigen: Angriffe auf Journalist:innen sind kein Randphänomen, sondern Methode. Gesetzliche Einschränkungen sind dabei gefährlicher als physische Gewalt, weil sie unsichtbarer wirken und schwerer zu bekämpfen sind. Wer Demokratie stärken will, muss auch die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen unabhängiger Medien verteidigen – das gilt gerade in ostdeutschen Regionen, wo Lokalmedien ohnehin dünn gesät sind.