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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Abschiebung als Spielspaß: US-Regierung macht Propaganda-Arcade

Die US-Regierung nutzt Videospiele auf ihrer offiziellen Website, um Abschiebungen und Grenzmauerbau als harmlose Unterhaltung darzustellen. Experten warnen, dass solche Spielmechaniken gezielt eingesetzt werden, um die Entmenschlichung von Migrantinnen und Migranten gesellschaftsfähig zu machen. Das Phänomen staatlicher Propaganda durch Gaming hat in den USA eine lange Tradition und zeigt, wie Machtinstrumente sich neue Kommunikationskanäle erschließen. Für Bürgerinnen und Bürger ist Medienkompetenz entscheidend, um zu erkennen, wann Unterhaltungsformate politische Botschaften transportieren.

Wenn Regierungen das Leid von Menschen in Spielmechaniken verwandeln, normalisieren sie strukturelle Gewalt – das ist keine Kleinigkeit, sondern ein gezielter Angriff auf demokratische Empathie und Menschenwürde. Wer Abschiebungen zur Unterhaltung macht, entzieht den Betroffenen ihre Würde und macht die Öffentlichkeit blind für die reale Gewalt dahinter. Demokratische Gesellschaften müssen solche Techniken staatlicher Propaganda benennen und kritisch hinterfragen, bevor sie zur Normalität werden.

Das Phänomen staatlich gesteuerter Gamification zu Propagandazwecken ist keine rein amerikanische Erscheinung – auch in Europa wächst der Einsatz digitaler Unterhaltungsformate zur politischen Beeinflussung. Demokratiebildung muss künftig auch Medienkompetenz im Bereich Gaming umfassen, damit Bürgerinnen und Bürger staatliche Propaganda als solche erkennen können. Für zivilgesellschaftliche Akteure in Mecklenburg-Vorpommern und anderswo bietet der Fall ein konkretes Anschauungsbeispiel, wie Entmenschlichung durch Ästhetik funktioniert und welche Gegenstrategien nötig sind.