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Thursday, 24. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

ADHS und Autismus: Warum Diagnosen weltweit zunehmen

Eine umfangreiche dänische Studie liefert wichtige Hinweise darauf, dass der weltweite Anstieg von ADHS- und Autismus-Diagnosen wesentlich auf verbesserte und ausgeweitete Erkennungsmethoden zurückgeht, nicht allein auf eine tatsächliche Zunahme der Erkrankungen. Kinder, die heute diagnostiziert werden, ähneln stärker der allgemeinen Bevölkerung, was auf eine breitere diagnostische Erfassung hindeutet. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet dies, dass eine bedarfsgerechte Versorgungsplanung diese Entwicklung berücksichtigen sollte, ohne dabei den realen Unterstützungsbedarf betroffener Kinder und Familien zu unterschätzen. Gleichzeitig eröffnet das wachsende Bewusstsein für Neurodiversität Chancen für einen inklusiveren Umgang in Schulen, Familien und Beratungseinrichtungen.

Die Studie liefert wichtige Grundlagen dafür, wie Gesellschaften Ressourcen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie einsetzen und wie Schulen sowie Familien unterstützt werden können. Ein differenziertes Verständnis von Diagnosetrends stärkt evidenzbasierte Politik und beugt sowohl Unter- als auch Überversorgung vor. Für eine offene Gesellschaft ist es relevant, Neurodiversität weder zu pathologisieren noch zu unterschätzen.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Kinder- und Jugendpsychiatrie vielerorts unter Kapazitätsdruck steht, helfen solche Erkenntnisse bei der bedarfsgerechten Versorgungsplanung. Schulen und Beratungsstellen können von einem klareren Bild profitieren: Mehr Diagnosen bedeuten nicht automatisch mehr schwer betroffene Kinder, sondern auch mehr Kinder, die früh Unterstützung erhalten. Das eröffnet die Chance, Förderangebote gezielter und inklusiver zu gestalten.