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Thursday, 17. September 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Ältester Nachweis geritten er Pferde auf der Iberischen Halbinsel entdeckt

Archäologische Funde aus Pinto bei Madrid liefern mögliche Belege für das Reiten oder den Pferdetransport auf der Iberischen Halbinsel, die rund 3.300 Jahre zurückreichen. Ein Schädelfragment mit Druckspuren deutet auf die Nutzung eines Halfters hin, während das hohe Alter der gefundenen Tiere auf einen langen Arbeitseinsatz schließen lässt. Die Funde werden der bronzezeitlichen Cogotas-I-Kultur zugeordnet. Dieser Befund könnte das Verständnis früher Mensch-Tier-Beziehungen und der Mobilität auf der Iberischen Halbinsel grundlegend verändern.

Der Fund erweitert das wissenschaftliche Verständnis davon, wie frühe Gesellschaften Mobilität und Wirtschaft organisierten. Erkenntnisse über die frühe Mensch-Tier-Beziehung und kulturelle Vernetzung in der Vorgeschichte stärken das kollektive Geschichtsbewusstsein in Europa. Solche archäologischen Forschungen zeigen zudem, wie öffentlich finanzierte Wissenschaft langfristig Wissen schafft, das allen zugute kommt.

Die Studie, veröffentlicht im Journal of Archaeological Science Reports, wurde von der Universität Córdoba und dem spanischen Forschungsrat CSIC mitgetragen und steht damit exemplarisch für kooperative, institutionell verankerte Grundlagenforschung. Für die Archäologie und Frühgeschichtsforschung eröffnet dieser Fund neue Perspektiven auf die Mobilität bronzezeitlicher Gesellschaften in Westeuropa. Die Methodik der osteologischen Auswertung verbunden mit Radiokarbon-Datierung zeigt, wie moderne Wissenschaft historische Lücken schließen kann.