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Saturday, 26. September 2026
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International

Äthiopien: Tigray-Behörden rekrutieren Zivilisten zwangsweise

In der äthiopischen Region Tigray werden seit April 2026 Zivilisten, darunter Minderjährige ab 15 Jahren, gewaltsam für die Tigray Defense Forces rekrutiert. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren systematische Razzien in Städten und auf Märkten und fordern ein sofortiges Ende dieser Praxis sowie die Freilassung zwangsweise eingezogener Personen. Der Hintergrund sind erneut eskalierte Spannungen zwischen der äthiopischen Bundesregierung und regionalen Kräften. Die internationale Gemeinschaft, darunter die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten, ist gefordert, diplomatischen Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben.

Zwangsrekrutierungen von Kindern und Zivilisten verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährden den seit 2022 bestehenden Waffenstillstand in einer der am stärksten von Gewalt betroffenen Regionen der Welt. Die Dokumentation durch unabhängige Menschenrechtsorganisationen ist ein unverzichtbares Instrument, um internationale Schutzverantwortung einzufordern und Straflosigkeit zu bekämpfen. Für eine offene Gesellschaft gilt: Auch ferne Konflikte berühren das globale Regelwerk der Menschenrechte, dessen Verteidigung im gemeinsamen Interesse liegt.

Der Fall Tigray zeigt, wie fragil Friedensprozesse sind, wenn politische Akteure auf Zwang statt auf demokratische Legitimation setzen. Internationale Öffentlichkeit und diplomatischer Druck sind entscheidend, um weiteres Leid zu verhindern. Die EU und Deutschland sollten ihre Vermittlungsangebote gegenüber Äthiopien verstärken und humanitäre Zugänge in die Region einfordern.