Äthiopien: Tigray-Behörden rekrutieren Zivilisten zwangsweise
Zwangsrekrutierungen von Kindern und Zivilisten verstoßen gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährden den seit 2022 bestehenden Waffenstillstand in einer der am stärksten von Gewalt betroffenen Regionen der Welt. Die Dokumentation durch unabhängige Menschenrechtsorganisationen ist ein unverzichtbares Instrument, um internationale Schutzverantwortung einzufordern und Straflosigkeit zu bekämpfen. Für eine offene Gesellschaft gilt: Auch ferne Konflikte berühren das globale Regelwerk der Menschenrechte, dessen Verteidigung im gemeinsamen Interesse liegt.
Der Fall Tigray zeigt, wie fragil Friedensprozesse sind, wenn politische Akteure auf Zwang statt auf demokratische Legitimation setzen. Internationale Öffentlichkeit und diplomatischer Druck sind entscheidend, um weiteres Leid zu verhindern. Die EU und Deutschland sollten ihre Vermittlungsangebote gegenüber Äthiopien verstärken und humanitäre Zugänge in die Region einfordern.