AfD MV wählt Ex-NPD-Mitglied zum Generalsekretär
Dass jemand mit einer Biografie in der NPD-nahen Jugendarbeit nun in einer Führungsposition einer im Landtag vertretenen Partei sitzt, ist keine Randnotiz – es ist ein Fingerzeig auf den Zustand demokratischer Kontrolle in der Region. Für Menschen, die Rassismus oder rechte Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern selbst erlebt haben, ist das keine abstrakte Personalie, sondern ein konkretes Signal darüber, welche politischen Karrieren in diesem Land möglich sind.
In einem Bundesland, in dem die Erinnerung an Rostock-Lichtenhagen und andere Gewaltausbrüche der 1990er Jahre noch lebendig ist, hat die Wahl Seiferts eine besondere Schwere. Zivilgesellschaftliche Akteure, Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus und demokratische Institutionen in MV stehen vor der Frage, wie sie auf eine Normalisierung solcher Biografien in Führungspositionen reagieren. Für die demokratische Kultur in der Region ist Wachsamkeit hier keine Übertreibung, sondern eine notwendige Haltung.