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Monday, 22. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

AfD MV wählt Ex-NPD-Mitglied zum Generalsekretär

Die AfD Mecklenburg-Vorpommern hat Dario Seifert mit fast 92 Prozent der Stimmen zum neuen Generalsekretär gewählt. Seifert war ehemaliges Mitglied der NPD-Jugendorganisation und stand zwei Jahre lang unter einer parteiinternen Ämtersperre. Diese Personalie macht deutlich, welche Maßstäbe die AfD MV bei der Besetzung von Führungspositionen anlegt und welche politischen Signale die Partei damit nach innen wie nach außen sendet. Für Demokratinnen und Demokraten in Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Hinweis, genau hinzuschauen: Wer diese Partei wählt, wählt auch ihre Führungspersonen.

Dass jemand mit einer Biografie in der NPD-nahen Jugendarbeit nun in einer Führungsposition einer im Landtag vertretenen Partei sitzt, ist keine Randnotiz – es ist ein Fingerzeig auf den Zustand demokratischer Kontrolle in der Region. Für Menschen, die Rassismus oder rechte Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern selbst erlebt haben, ist das keine abstrakte Personalie, sondern ein konkretes Signal darüber, welche politischen Karrieren in diesem Land möglich sind.

In einem Bundesland, in dem die Erinnerung an Rostock-Lichtenhagen und andere Gewaltausbrüche der 1990er Jahre noch lebendig ist, hat die Wahl Seiferts eine besondere Schwere. Zivilgesellschaftliche Akteure, Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus und demokratische Institutionen in MV stehen vor der Frage, wie sie auf eine Normalisierung solcher Biografien in Führungspositionen reagieren. Für die demokratische Kultur in der Region ist Wachsamkeit hier keine Übertreibung, sondern eine notwendige Haltung.