AfD in Thüringen auf Rekordhoch: Was das für Ostdeutschland bedeutet
Ein Umfragewert von 40 Prozent für eine Partei, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, ist ein ernstes Signal für den Zustand demokratischer Kultur in Ostdeutschland. Die Frage ist nicht nur, wer AfD wählt, sondern warum demokratische Alternativen so wenig Überzeugungskraft entwickeln – und welche Interessen, Ängste und Erfahrungen dabei übersehen werden. Für eine offene Gesellschaft ist dieser Befund ein Auftrag: Zuhören, verstehen, handeln – ohne die Ursachen wegzureden.
Was Thüringen zeigt, geht Mecklenburg-Vorpommern direkt an: Auch hier ist die AfD stark, auch hier sind Vertrauensverluste in etablierte Institutionen tief verwurzelt. Statt Panikrhetorik braucht es konkrete Demokratieprojekte vor Ort – Bürgerräte, Beteiligungsformate, lokale Medien, die ostdeutsche Realitäten ernst nehmen. Die Zivilgesellschaft in MV kann aus Thüringen lernen, was funktioniert und was nicht.