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Sunday, 27. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

AfD in Thüringen auf Rekordhoch: Was das für Ostdeutschland bedeutet

In Thüringen erreicht die AfD laut aktueller Umfrage 40 Prozent und damit ihren bisher höchsten gemessenen Wert – ein Alarmsignal, das zeigt, wie tief das Vertrauen in demokratische Institutionen in Teilen Ostdeutschlands erschüttert ist. Dieser Wert ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Enttäuschungen, fehlender wirtschaftlicher Perspektiven und des Gefühls, nicht gehört zu werden. Demokratische Parteien und Zivilgesellschaft müssen jetzt konkret fragen, warum so viele Menschen das Gefühl haben, dass nur eine Partei wie die AfD ihre Wut ernst nimmt. Politische Teilhabe, echte wirtschaftliche Gleichstellung zwischen Ost und West und die sichtbare Anerkennung ostdeutscher Lebensrealitäten sind keine weichen Themen, sondern der Kern der Antwort.

Ein Umfragewert von 40 Prozent für eine Partei, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, ist ein ernstes Signal für den Zustand demokratischer Kultur in Ostdeutschland. Die Frage ist nicht nur, wer AfD wählt, sondern warum demokratische Alternativen so wenig Überzeugungskraft entwickeln – und welche Interessen, Ängste und Erfahrungen dabei übersehen werden. Für eine offene Gesellschaft ist dieser Befund ein Auftrag: Zuhören, verstehen, handeln – ohne die Ursachen wegzureden.

Was Thüringen zeigt, geht Mecklenburg-Vorpommern direkt an: Auch hier ist die AfD stark, auch hier sind Vertrauensverluste in etablierte Institutionen tief verwurzelt. Statt Panikrhetorik braucht es konkrete Demokratieprojekte vor Ort – Bürgerräte, Beteiligungsformate, lokale Medien, die ostdeutsche Realitäten ernst nehmen. Die Zivilgesellschaft in MV kann aus Thüringen lernen, was funktioniert und was nicht.