Affäre beim Tourismusverband MV: Kontrolle versagt, Konsequenzen fehlen
Öffentliche Gelder, die in den Tourismus fließen, gehören der Gesellschaft – und damit haben Bürgerinnen und Bürger ein berechtigtes Interesse daran, dass Kontrolle nicht nur auf dem Papier funktioniert. Wenn Ministerien Aufsichtspflichten vernachlässigen und trotzdem keine Verantwortung übernehmen, sendet das ein fatales Signal: Macht schützt vor Konsequenzen. Das ist Gift für jede offene Gesellschaft, die auf Vertrauen in Institutionen angewiesen ist.
Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Tourismus ein wirtschaftlicher Eckpfeiler ist, zeigt dieser Fall exemplarisch, wie öffentliche Aufsichtsstrukturen versagen können. Die eigentliche Frage ist nicht nur, was Woitendorf falsch gemacht hat, sondern warum das Wirtschaftsministerium so lange weggesehen hat – und welche strukturellen Reformen nötig sind, damit so etwas nicht wiederholt wird. Kommunen und Zivilgesellschaft in MV haben ein Interesse daran, dass Tourismusmittel transparent und gerecht eingesetzt werden.