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Monday, 22. June 2026
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Regional MV

Affäre beim Tourismusverband MV: Kontrolle versagt, Konsequenzen fehlen

Der Landesrechnungshof hat beim Tourismusverband MV schwere Kontrollversagen aufgedeckt, die auch das zuständige Wirtschaftsministerium direkt betreffen. Während der Verband unter Druck steht, bleibt das Ministerium ohne personelle Konsequenzen – ein Signal, das das ohnehin angeschlagene Vertrauen in öffentliche Institutionen weiter beschädigt. Für eine Region, die wirtschaftlich so stark vom Tourismus abhängt wie MV, braucht es glaubwürdige Strukturen und echte Rechenschaftspflicht auf allen Ebenen. Zivilgesellschaftliche Akteure, Kommunen und Kreistage sollten jetzt aktiv nachhaken, statt auf die nächste Pressemitteilung zu warten.

Öffentliche Gelder, die in den Tourismus fließen, gehören der Gesellschaft – und damit haben Bürgerinnen und Bürger ein berechtigtes Interesse daran, dass Kontrolle nicht nur auf dem Papier funktioniert. Wenn Ministerien Aufsichtspflichten vernachlässigen und trotzdem keine Verantwortung übernehmen, sendet das ein fatales Signal: Macht schützt vor Konsequenzen. Das ist Gift für jede offene Gesellschaft, die auf Vertrauen in Institutionen angewiesen ist.

Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Tourismus ein wirtschaftlicher Eckpfeiler ist, zeigt dieser Fall exemplarisch, wie öffentliche Aufsichtsstrukturen versagen können. Die eigentliche Frage ist nicht nur, was Woitendorf falsch gemacht hat, sondern warum das Wirtschaftsministerium so lange weggesehen hat – und welche strukturellen Reformen nötig sind, damit so etwas nicht wiederholt wird. Kommunen und Zivilgesellschaft in MV haben ein Interesse daran, dass Tourismusmittel transparent und gerecht eingesetzt werden.