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Friday, 19. June 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Amazons 600-MW-Deal: Größter Stromvertrag Deutschlands vor MV-Küste

Amazon hat mit dem Offshore-Windpark Gennaker vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns den größten Stromabnahmevertrag der deutschen Geschichte abgeschlossen: 600 Megawatt gesicherte Abnahme über ein Power-Purchase-Agreement. Der Park soll bis Ende 2028 in Betrieb gehen und liefert damit einen konkreten, messbaren Beitrag zur Energiewende in der Ostseeregion. Der Deal zeigt, dass langfristige Abnahmeverträge mit Großkunden Offshore-Projekte absichern können – ein Modell, das Investitionssicherheit schafft und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt. Für MV bedeutet das nicht nur Wertschöpfung durch den Betrieb des Parks, sondern auch Signalwirkung für weitere Großprojekte in der Region.

Ein verbindlicher Langzeitvertrag dieser Größenordnung schafft Planungssicherheit für den Ausbau erneuerbarer Energien und senkt das Investitionsrisiko für neue Offshore-Projekte in der Ostsee. Gleichzeitig stellt sich die gesellschaftliche Frage, wer von dieser Energie profitiert: Wenn Großkonzerne Kapazitäten langfristig binden, müssen kommunale Akteure und Bürgerenergiegenossenschaften frühzeitig eigene Zugänge zu Erneuerbaren sichern, damit die Wertschöpfung auch in der Region verbleibt.

Mecklenburg-Vorpommern ist mit seiner Ostseeküste ein zentraler Standort für die deutsche Offshore-Windenergie, und der Windpark Gennaker vor Fischland-Darß-Zingst macht das besonders greifbar. 600 Megawatt installierte Leistung entsprechen dem jährlichen Strombedarf von rund 600.000 Haushalten – ein erhebliches Potenzial, das jedoch durch den PPA-Deal zunächst vollständig an einen US-Konzern gebunden ist. Für Kommunen und Energiegenossenschaften in MV lohnt es sich jetzt, bei künftigen Projekten frühzeitig Beteiligungsmodelle einzufordern, um regionale Teilhabe strukturell zu verankern.