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Tuesday, 15. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Antisemitismus im Deckmantel: Buch analysiert radikale Linke

Ein neues Geschichtsbuch untersucht, wie antisemitische Haltungen in der radikalen Linken der 1970er und 1980er Jahre durch den Begriff des Antizionismus verschleiert wurden. Die Analyse zeigt, wie politische Sprache genutzt werden kann, um Ressentiments gesellschaftsfähig zu machen – ein Mechanismus, der bis heute wirksam ist. Das Buch trägt dazu bei, blinde Flecken in der Geschichte linker Bewegungen sichtbar zu machen und lädt zur kritischen Selbstbefragung ein. Für demokratische Bewegungen ist diese Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte eine Voraussetzung für Glaubwürdigkeit.

Die kritische Aufarbeitung von Antisemitismus innerhalb progressiver Bewegungen stärkt die Fähigkeit der Zivilgesellschaft, sich selbst zu hinterfragen – eine Grundbedingung für eine lebendige Demokratie. Wer Ausgrenzung und Diskriminierung bekämpfen will, muss bereit sein, auch die eigene politische Geschichte unbequem zu beleuchten. Dieses Buch liefert dafür eine wichtige Grundlage.

Für eine Demokratie, die auf Menschenrechten fußt, ist die historische Analyse von Antisemitismus in allen politischen Lagern keine akademische Übung, sondern gesellschaftliche Notwendigkeit. Gerade in Ostdeutschland, wo die DDR-Geschichtsschreibung linke Bewegungen oft unkritisch glorifizierte, fehlt diese Aufarbeitung bis heute in weiten Teilen. Gerbers Buch kann ein Anstoß sein, auch regionale Erinnerungskultur ehrlicher zu gestalten – und zu fragen, welche Narrative bis heute unwidersprochen weiterleben.