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Thursday, 6. August 2026
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Wissenschaft & Gesundheit

Archäologen finden Belege für Sklaverei bei gallischen Kelten

Archäologische Ausgrabungen im französischen Allonnes haben fünf eiserne Fesseln aus dem 3. Jahrhundert vor Christus freigelegt, die erstmals materiell belegen, dass Sklaverei in der gallisch-keltischen Gesellschaft bereits Jahrhunderte vor der römischen Eroberung praktiziert wurde. Forscher des französischen Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung interpretieren die Funde als Beleg für eine ausgeprägte soziale Hierarchie in der vorrömischen Gallien. Die Erkenntnisse ermöglichen eine differenziertere Sicht auf antike Gesellschaftsstrukturen jenseits der lange vorherrschenden Vorstellung einer egalitären keltischen Gemeinschaft.

Der Fund trägt dazu bei, ein differenzierteres Bild vorgeschichtlicher Gesellschaften zu zeichnen und zeigt, dass Sklaverei kein Phänomen war, das erst durch die Römer in Europa eingeführt wurde. Das Verständnis historischer Ungleichheit und Unterdrückung schärft den Blick für gesellschaftliche Strukturen und ihre Langzeitwirkungen – und leistet damit einen Beitrag zur kritischen historischen Bildung.

Die Erkenntnisse aus Allonnes veranschaulichen, wie archäologische Präventivforschung Lücken in der Geschichtsschreibung über marginalisierte Bevölkerungsgruppen schließen kann. Für die Wissenschaft entsteht damit eine neue Grundlage, um vorrömische Gesellschaftsstrukturen in Europa neu zu bewerten. Zukünftige Grabungen könnten weiteres Licht auf Ausmaß und Organisation des Sklavenhandels in der Keltenzeit werfen.