Armenischer Wahlkampf: Russland als unsichtbarer Kandidat
Die armenische Wahl verdeutlicht, wie russischer Einfluss demokratische Souveränität in postsowjetischen Gesellschaften untergräbt und gesellschaftliche Spaltungen gezielt vertieft. Für eine offene Gesellschaft ist es wichtig zu verstehen, wie geopolitische Abhängigkeiten die freie Meinungsbildung der Bevölkerung einschränken und welche Gegenstrategien zivilgesellschaftliche Akteure entwickeln können.
Armenien steht exemplarisch für eine Reihe von Ländern, in denen die Wahl zwischen westlicher Integration und russischer Einflussnahme zur zentralen Wahlkampffrage geworden ist. Diese Dynamik ist auch für die europäische Demokratiepolitik relevant, da sie zeigt, wie Russland Wahlen instrumentalisiert, ohne selbst auf dem Stimmzettel zu stehen. Für Europa und Deutschland ergibt sich daraus die Frage, welche konkreten Unterstützungsangebote für Demokratisierungsprozesse in der östlichen Nachbarschaft wirksam sind.