Bafög-Erhöhung kommt – aber ein halbes Jahr später als geplant
Bildung ist keine Frage des Elternhauses – oder sollte es zumindest nicht sein. Bafög ist das wichtigste Instrument, das Studierende aus einkommensschwachen Familien überhaupt erst an die Hochschule bringt. Wer politische Versprechen auf Entlastung um Monate verschiebt, verschiebt auch soziale Aufstiegschancen – und das trifft Ostdeutschland, wo Vermögen und Einkommen strukturell niedriger sind, besonders hart.
Rostock und Greifswald sind Hochschulstädte mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Bafög-Empfangenden. Jede Verzögerung bei der Erhöhung verlängert reale Engpässe: Mietkosten, Lebensmittelpreise, Nebenjobs statt Lernzeit. Die Frage ist nicht nur, ob die Erhöhung kommt, sondern ob das Bafög-System grundsätzlich reformtauglich ist – oder ob es weiter hinter der Realität hinterherhinkt.