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Wednesday, 3. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

BAföG-Reform: Wer zahlt den Preis für politisches Zögern?

Die geplante BAföG-Reform steht auf der Kippe – und das trifft vor allem junge Menschen aus einkommensschwachen Familien hart. Selbst im CDU-nahen Studierendenverband RCDS wächst der Druck: Dessen Vorsitzende, die selbst BAföG bezogen hat, fordert höhere Freibeträge und eine breitere Förderung. Die Reformvorschläge liegen längst vor, was fehlt, ist der politische Wille zur Umsetzung. Für viele Studierende in Mecklenburg-Vorpommern, wo Elterneinkommen oft unter dem Bundesdurchschnitt liegen, wäre eine echte Reform ein entscheidender Schritt zur Bildungsgerechtigkeit.

BAföG ist kein Verwaltungsdetail, sondern eine Grundsatzfrage: Wer darf in diesem Land studieren? Wer nicht? Wenn Kinder aus armen Familien – besonders im Osten, wo Einkommen und Vermögen strukturell niedriger sind – seltener studieren, vererbt sich Ungleichheit von Generation zu Generation. Eine starke Studienförderung ist deshalb ein demokratisches Instrument, keine Sozialleistung für Einzelne.

Bildungsgerechtigkeit ist in Ostdeutschland besonders drängend: Junge Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern kommen häufig aus Haushalten mit geringem Einkommen und Vermögen – und fallen trotzdem oft durch das BAföG-Raster. Eine überfällige Reform könnte genau hier wirken. Dass sogar die CDU-nahe Studierendenorganisation Alarm schlägt, zeigt: Das Problem ist längst kein Randthema mehr, sondern ein Glaubwürdigkeitstest für die Bundesregierung.