Bahlsen-Chef fordert: Unternehmen müssen für Demokratie einstehen
Wenn Unternehmen öffentlich demokratische Haltung einfordern, verändert das den gesellschaftlichen Diskurs – besonders in Regionen, wo die AfD stark ist und viele Beschäftigte schweigen, um keine Konflikte zu riskieren. Solche Signale aus der Wirtschaft können Mut machen, sind aber kein Ersatz für strukturelle Demokratieförderung und zivilgesellschaftliches Engagement. Die entscheidende Frage bleibt: Bleibt es bei Lippenbekenntnissen, oder folgen konkrete Maßnahmen im Betriebsalltag?
In Ostdeutschland, wo die AfD in vielen Betrieben längst kein Randphänomen mehr ist, hat unternehmerische Haltung eine besondere Sprengkraft – in beide Richtungen. Wer als Chef öffentlich Grenzen zieht, schützt Beschäftigte, die längst unter Druck stehen, und sendet ein Signal an Mitbewerber. Gleichzeitig fehlt in solchen Debatten fast immer die Perspektive der Beschäftigten selbst: Was wollen die Mitarbeitenden? Wer entscheidet, welche Haltung die richtige ist? Betriebliche Demokratie beginnt nicht mit dem Statement des Chefs, sondern mit echter Mitbestimmung.