Balkan-Medienverkauf: Warnung vor gefährlicher Eigentumskonzentration
Wer Medien kontrolliert, kontrolliert Öffentlichkeit – und damit demokratische Meinungsbildung. Wenn Nachrichtennetze in undurchsichtige Kapitalstrukturen wechseln, verlieren Bürgerinnen und Bürger verlässliche, unabhängige Information. Gerade in Regionen mit fragiler Demokratiegeschichte ist Medienpluralismus kein Luxus, sondern Schutzwall gegen Machtmissbrauch.
Europäische Medienregulierung steht auf dem Prüfstand: Die Forderung nach Transparenz und Kontrolle bei Medienübernahmen zeigt, dass der European Media Freedom Act noch nicht stark genug greift. Zivilgesellschaftliche Organisationen übernehmen hier die Arbeit, die staatliche Aufsichtsbehörden eigentlich proaktiv leisten müssten. Das Muster – Kapital kauft Reichweite, Redaktionen verlieren Unabhängigkeit – ist nicht auf den Balkan beschränkt und sollte auch in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern als Warnsignal ernst genommen werden.