Balkonkraftwerke für Bedürftige: Münchner Modell macht Schule
Wenn die Energiewende nur für Menschen erschwinglich ist, die sich Investitionen leisten können, vertieft sie bestehende Ungleichheiten statt sie zu verringern. Dieses Modell zeigt, dass erneuerbare Energie kein Luxusgut sein muss, wenn Akteure aus Zivilgesellschaft, Wohlfahrt und kommunaler Energieberatung zusammenarbeiten. Es stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt, indem es Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit als gemeinsames Projekt begreift.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo Energiearmut im ländlichen Raum ein reales Problem ist, wäre ein solches Modell besonders wirkungsvoll. Bestehende Bürgerenergiegenossenschaften und Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie oder AWO könnten als Kooperationspartner auftreten und überschüssige Module aus Anlagenerneuerungen bündeln. Kommunale Energieagenturen wie die Energieagentur MV haben die Infrastruktur, um Verteilung und Installation zu koordinieren. Das Modell ist mit geringem Aufwand skalierbar und könnte innerhalb eines Jahres pilothaft in einem Landkreis umgesetzt werden.