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Sunday, 21. June 2026
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Regional MV

Baukindergeld in MV: CDU macht Forderung zur Koalitionsbedingung

Die CDU MV will ein Baukindergeld von bis zu 15.000 Euro pro Kind zur Bedingung für künftige Koalitionsverhandlungen machen. Das klingt erstmal nach echter Unterstützung für Familien – doch die entscheidende Frage ist, ob das Geld wirklich dort ankommt, wo junge Familien in der Fläche bezahlbare Grundstücke, funktionierende Schulen und Kitas sowie verlässliche Busverbindungen brauchen. Ein Förderprogramm allein baut keine Infrastruktur auf und hält keine Hausärzte im Dorf. Damit das Baukindergeld in MV mehr als eine Wahlkampfansage wird, braucht es konkrete Umsetzungskonzepte für den ländlichen Raum – nicht nur für die Kreisstädte.

Förderprogramme für Wohneigentum können Familien Stabilität und Perspektive geben – gerade in einer Region, aus der viele junge Menschen abwandern. Entscheidend ist jedoch, ob das Geld dort ankommt, wo Grundstücke erschwinglich und Infrastruktur vorhanden ist, oder ob es vor allem Familien in ohnehin attraktiven Lagen begünstigt. Für eine offene Gesellschaft in der Fläche braucht es mehr als Förderprämien: nämlich Schulen, Nahverkehr und Versorgung, die das Wohnen auf dem Land überhaupt erst lebenswert machen.

Vor der Landtagswahl im Herbst setzt die CDU mit dem Baukindergeld ein familienpolitisches Signal, das im Wahlkampf verfängt, aber in seiner Wirkung für den ländlichen Raum noch nicht belegt ist. Ähnliche Bundesprogramme haben gezeigt, dass Mitnahmeeffekte in strukturstarken Gebieten überwiegen, während Familien in abgelegenen Gemeinden ohne ausreichende Infrastruktur kaum profitieren. Sinnvoll wäre eine Kopplung solcher Mittel an konkrete Ansiedlungsbedingungen in Regionen mit Bevölkerungsschwund, wie Nordwestmecklenburg oder Ludwigslust-Parchim. Die politische Debatte darüber beginnt – sie muss nun in der Tiefe geführt werden.