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Sunday, 27. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Belgien: Ein Konzern kontrolliert bald alle Tageszeitungen

In Belgien hat eine Wettbewerbsbehörde die Übernahme der IPM-Mediengruppe durch den Rossel-Konzern genehmigt – mit der Folge, dass im französischsprachigen Landesteil bald ein einziger Konzern alle Tageszeitungen kontrolliert. Journalistenverbände warnen zu Recht vor den Folgen für redaktionelle Unabhängigkeit und fordern die Beteiligung der Beschäftigten. Der Fall zeigt, wie Medienkonzentration demokratische Öffentlichkeit aushöhlen kann, wenn Regulierung versagt. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo regionale Medienpluralität ebenfalls unter Druck steht, ist das eine Warnung.

Medienvielfalt ist keine Nebensache der Demokratie – sie ist deren Grundbedingung. Wenn eine einzige Unternehmensgruppe alle relevanten Tageszeitungen einer Sprachgemeinschaft kontrolliert, entscheidet nicht mehr die journalistische Unabhängigkeit über Themen und Tonlagen, sondern der Geschäftsführer. Das trifft vor allem jene Menschen, die keine anderen Zugänge zu Informationen haben und auf lokale Presse angewiesen sind.

Belgien ist kein Einzelfall: In ganz Europa kaufen Medienkonzerne lokale und regionale Verlage auf, reduzieren Redaktionen und vereinheitlichen Berichterstattung. Was jetzt in Wallonien passiert, kann morgen in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern Schule machen. Die Forderung nach echter Mitsprache der Journalistinnen und Journalisten zeigt: Gegenwehr ist möglich, wenn Berufsverbände und Öffentlichkeit gemeinsam Druck machen.