Belgien: Ein Konzern kontrolliert bald alle Tageszeitungen
Medienvielfalt ist keine Nebensache der Demokratie – sie ist deren Grundbedingung. Wenn eine einzige Unternehmensgruppe alle relevanten Tageszeitungen einer Sprachgemeinschaft kontrolliert, entscheidet nicht mehr die journalistische Unabhängigkeit über Themen und Tonlagen, sondern der Geschäftsführer. Das trifft vor allem jene Menschen, die keine anderen Zugänge zu Informationen haben und auf lokale Presse angewiesen sind.
Belgien ist kein Einzelfall: In ganz Europa kaufen Medienkonzerne lokale und regionale Verlage auf, reduzieren Redaktionen und vereinheitlichen Berichterstattung. Was jetzt in Wallonien passiert, kann morgen in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern Schule machen. Die Forderung nach echter Mitsprache der Journalistinnen und Journalisten zeigt: Gegenwehr ist möglich, wenn Berufsverbände und Öffentlichkeit gemeinsam Druck machen.