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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Birthler: Ostdeutsche lernten Demokratie – mit Erfolgsgeschichten

Die Bürgerrechtlerin Marianne Birthler erklärt, warum viele Ostdeutsche nach Jahrzehnten ohne demokratische Praxis zunächst neue politische Strukturen erlernen mussten – und betont zugleich, dass es im Osten zahlreiche beeindruckende Erfolgsgeschichten gelebter Demokratie gibt, die in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu wenig Platz finden. Ein prinzipieller Charakterunterschied zwischen Ost- und Westdeutschen existiert laut Birthler nicht. Diese Perspektive lädt dazu ein, ostdeutsche Demokratieerfahrungen endlich als eigenständige und wertvolle Lerngeschichte anzuerkennen statt als Defizit zu rahmen.

Wer versteht, wie Demokratie gelernt wird, kann besser erklären, warum sie an manchen Orten unter Druck gerät – und wie sie gestärkt werden kann. Birthlers Perspektive macht sichtbar, dass fehlende demokratische Erfahrung kein Schicksal ist, sondern durch Bildung, Beteiligung und Erinnerungsarbeit überwunden werden kann. Für eine offene Gesellschaft ist entscheidend, dass ostdeutsche Lebensrealitäten endlich differenziert und ohne Pauschalisierungen wahrgenommen werden.

Mecklenburg-Vorpommern ist eine Region, in der autoritäre Parteien besonders starken Zuspruch erfahren – und in der gleichzeitig eine lebendige Zivilgesellschaft aktiv ist, die oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Birthlers Hinweis auf die 'wunderbaren Geschichten' des Gelingens ist ein Auftrag an Medien und Politik: Demokratie braucht sichtbare Vorbilder vor Ort. Kommunale Demokratieprojekte, Bürgerinitiativen und Erinnerungsarbeit können hier konkret ansetzen und sollten stärker gefördert werden.