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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Blackbox-Algorithmen: Verfassungsschutz warnt vor Online-Radikalisierung

Undurchsichtige Algorithmen auf Social-Media-Plattformen können Jugendliche schrittweise in Richtung extremistischer Inhalte lenken – besonders dann, wenn soziale Isolation hinzukommt. Der Verfassungsschutz hat dazu eine Analyse veröffentlicht, die konkrete Hinweise zur Früherkennung von Radikalisierungsprozessen gibt und sich ausdrücklich auch an Eltern richtet. Digitale Plattformen werden dabei klar in die Mitverantwortung genommen. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo Jugendliche in strukturschwachen Regionen oft weniger Anlaufstellen und mehr Online-Zeit haben, ist das kein abstraktes Problem.

Wenn Algorithmen entscheiden, welche Inhalte Jugendliche sehen, ohne dass Eltern, Schulen oder der Staat wirksam eingreifen können, ist das ein demokratisches Strukturproblem – kein individuelles Versagen von Familien. Gerade in Regionen mit schwächerer Infrastruktur für Jugendsozialarbeit, wie vielen Teilen Ostdeutschlands, fehlen die Gegenangebote. Plattformen in die Pflicht zu nehmen und Algorithmen transparent zu machen ist deshalb eine zivilgesellschaftliche und rechtspolitische Aufgabe ersten Ranges.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo Rechtsextremismus laut Verfassungsschutzberichten überdurchschnittlich präsent ist, ist das Thema Online-Radikalisierung keine abstrakte Bundesangelegenheit. Kommunen, Schulen und Jugendeinrichtungen brauchen konkrete Werkzeuge – die neue BfV-Publikation kann ein erster Ansatz sein, muss aber von echter Medienbildungsarbeit vor Ort begleitet werden. Die entscheidende Frage bleibt: Wer finanziert diese Arbeit in strukturschwachen Regionen, und wer hält Plattformkonzerne tatsächlich zur Rechenschaft?