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Sunday, 13. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Brandenburg kämpft gegen Femizide: Fallkonferenzen als neuer Ansatz

Brandenburg reagiert auf die erschreckend hohe Zahl von Femiziden und häuslicher Gewalt mit einem neuen Ansatz: Fallkonferenzen sollen Behörden, Beratungsstellen und Polizei besser vernetzen, um gefährdete Frauen frühzeitig zu schützen. Das Modell setzt auf behördenübergreifende Zusammenarbeit statt auf isoliertes Handeln einzelner Stellen. Entscheidend wird sein, ob ausreichend Ressourcen, geschultes Personal und vor allem ausreichend Schutzplätze in Frauenhäusern bereitstehen, damit der Ansatz nicht nur auf dem Papier funktioniert.

Femizide sind kein privates Unglück, sondern ein strukturelles Versagen des Schutzstaats gegenüber seinen verletzlichsten Bürgerinnen. Wer Frauen vor tödlicher Gewalt schützt, stärkt das Vertrauen in staatliche Institutionen und macht Demokratie konkret erlebbar – besonders für Menschen, die bisher das Gefühl hatten, allein gelassen zu werden. Fallkonferenzen zeigen, dass koordiniertes Handeln Leben retten kann und dass Behörden lernfähig sein müssen.

Brandenburg geht mit dem Fallkonferenz-Modell einen Weg, der in anderen europäischen Ländern bereits Erfolge gezeigt hat – und der auch für Mecklenburg-Vorpommern ein konkretes Vorbild sein könnte. Gerade in ländlichen Gebieten, wo Anlaufstellen weit entfernt und soziale Kontrolle eng ist, brauchen Frauen in Gefahr verlässliche Netzwerke aus Polizei, Jugendamt und Beratungsstellen. Die Frage ist nicht ob dieses Modell funktioniert, sondern wann MV die nötigen Ressourcen dafür bereitstellt.