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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Brasilien: Koalition fordert Quellenschutz für Journalisten

In Brasilien hat der Oberste Gerichtshof den verfassungsmäßig garantierten Quellenschutz für einen Journalisten durchbrochen – ein gefährlicher Präzedenzfall für die Pressefreiheit weltweit. Zehn internationale und brasilianische Organisationen haben gemeinsam protestiert und fordern die Rückkehr zur Verfassungstreue. Quellenschutz ist keine Journalistenprivileg, sondern Grundbedingung dafür, dass Machtmissbrauch überhaupt ans Licht kommen kann. Wenn Informanten nicht mehr sicher sind, schweigen sie – und das nutzt immer denen, die etwas zu verbergen haben.

Quellenschutz ist keine Sonderprivilegien für Journalisten – er ist die Bedingung dafür, dass Whistleblower, Informanten und Menschen ohne Lobby überhaupt den Mund aufmachen können. Wenn Gerichte diesen Schutz aushebeln, verstummen die Schwächsten zuerst. Was in Brasilien passiert, zeigt: Auch formal demokratische Institutionen können gezielt gegen Pressefreiheit eingesetzt werden.

Dieser Fall ist ein Lehrstück über die Fragilität rechtlicher Schutzgarantien. Der Quellenschutz steht in der brasilianischen Verfassung – und wurde trotzdem gebrochen. Das sollte auch in Deutschland und Europa aufhorchen lassen, wo ähnliche Debatten über den Umfang des Informantenschutzes geführt werden. Zivilgesellschaftliche Koalitionen wie die brasilianische zeigen, wie internationaler Druck auf staatliche Institutionen ausgeübt werden kann.