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Wednesday, 16. September 2026
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Briefwahl-Panne in Lubmin: 1700 Wähler:innen warten tagelang

Rund 1700 Briefwähler im Amtsbereich Lubmin haben vor der Landtagswahl tagelang auf ihre Wahlunterlagen gewartet – ein 68-Jähriger bekam seinen Wahlschein erst elf Tage nach der Ausstellung und musste schließlich selbst zum Amt fahren, um überhaupt abstimmen zu können. Das zeigt ein strukturelles Problem: Wer auf dem Land lebt, kein Auto hat oder nicht mobil ist, verliert in solchen Fällen schlicht sein Wahlrecht. Die Briefwahlorganisation muss verlässlicher werden, und die Ämter brauchen klare Notfallpläne – damit das Wahlrecht nicht vom Glück des Postwegs abhängt.

Das Wahlrecht gehört zu den wichtigsten Grundrechten in einer Demokratie – und es darf nicht daran scheitern, dass Briefe zu spät ankommen. Besonders ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Menschen auf dem Land sind auf die Briefwahl angewiesen. Wenn Verwaltung und Post hier versagen, trifft das am härtesten jene, die keine Lobby haben und keine Zeit, selbst zum Amt zu fahren.

Diese Panne in Lubmin ist kein Einzelfall, sondern ein Warnsignal für die gesamte Wahlinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern. Ländliche Regionen sind strukturell benachteiligt, wenn Ämter weit entfernt liegen und der Postweg unzuverlässig ist. Kommunen und das Land müssen jetzt konkret prüfen, wie Briefwahlprozesse digitaler, schneller und bürgernäher gestaltet werden können – bevor die nächste Wahl ähnliche Probleme bringt.