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Sunday, 27. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Bürger fordern staatliche Kontrolle über Künstliche Intelligenz

Eine repräsentative Umfrage aus Spanien zeigt, dass rund drei Viertel der Bevölkerung staatliche und europäische Regulierung von Künstlicher Intelligenz fordert – besonders bei Datenschutz, algorithmischer Diskriminierung und Transparenz. Die Bürgerinnen und Bürger wollen die Kontrolle über KI nicht privaten Technologiekonzernen überlassen. Gleichzeitig belegt die Forschung, dass automatisierte Systeme vulnerable Gruppen überproportional benachteiligen können. Diese Ergebnisse sind auch für Mecklenburg-Vorpommern relevant, wo digitale Entscheidungssysteme zunehmend in Behörden und sozialen Diensten Einzug halten.

Wenn Algorithmen über Sozialleistungen, Bildungschancen oder Sicherheitseinstufungen entscheiden, ist das keine technische Frage mehr – sondern eine über Macht und Teilhabe. Wer keinen Zugang zu digitalen Kompetenzen hat oder wer strukturell diskriminiert wird, braucht demokratisch legitimierte Schutzregeln, keine Selbstverpflichtungen der Tech-Industrie. Diese Studie liefert das empirische Fundament dafür: Die Bürgerinnen und Bürger wollen Kontrolle – und das ist eine demokratische Aussage.

Die EU hat mit dem AI Act bereits einen ersten Rahmen gesetzt, doch die Umsetzung bleibt hinter den gesellschaftlichen Erwartungen zurück. Für Mecklenburg-Vorpommern ist das konkret relevant: KI-Systeme werden zunehmend in Jobcentern, Behörden und Schulen eingesetzt – oft ohne öffentliche Debatte. Zivilgesellschaftliche Organisationen, kommunale Verwaltungen und Datenschutzbeauftragte könnten die Ergebnisse dieser Studie nutzen, um lokale Transparenz- und Beteiligungsstandards einzufordern.