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Tuesday, 23. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Bürgerrat soll über Zukunft des RBB mitentscheiden

In Brandenburg erprobt der RBB nach seinem Vertrauensverlust durch einen Skandal ein neues Beteiligungsformat: 51 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger sollen über die Zukunft des Senders mitberaten. Das Losverfahren öffnet demokratische Mitsprache für Menschen, die sonst keine Lobby in Mediengremien haben. Solche Bürgerräte gelten als wirksames Mittel, um Institutionen rechenschaftspflichtiger zu machen und verlorenes Vertrauen durch echte Teilhabe zurückzugewinnen. Das Modell könnte auch für andere öffentliche Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern wegweisend sein.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist keine Selbstverständlichkeit – er ist ein demokratisches Gut, das Pflege braucht, besonders in einer Zeit, in der Vertrauen in Institutionen schwindet. Wenn Bürgerinnen und Bürger tatsächlich mitentscheiden dürfen, wofür Rundfunkbeiträge ausgegeben werden, stärkt das nicht nur den Sender, sondern das Prinzip demokratischer Kontrolle insgesamt. Für Menschen, die sich vom öffentlichen Diskurs abgehängt fühlen, kann so ein Verfahren ein Signal sein: Eure Meinung zählt – nicht nur beim Zappen.

Bürgerräte sind kein Selbstzweck, sie sind ein Werkzeug – und ihre Qualität hängt davon ab, wen sie wirklich erreichen. Die entscheidende Frage ist, ob unter den 51 Brandenburgerinnen und Brandenburgern auch diejenigen vertreten sind, die bislang wenig in den Redaktionen vorkommen: Menschen mit kleinem Einkommen, aus ländlichen Regionen, mit Migrationsgeschichte oder ostdeutscher Biografie. Gelingt das, könnte das Modell Schule machen – auch für den NDR und damit für Mecklenburg-Vorpommern.