Bürgerrat soll über Zukunft des RBB mitentscheiden
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist keine Selbstverständlichkeit – er ist ein demokratisches Gut, das Pflege braucht, besonders in einer Zeit, in der Vertrauen in Institutionen schwindet. Wenn Bürgerinnen und Bürger tatsächlich mitentscheiden dürfen, wofür Rundfunkbeiträge ausgegeben werden, stärkt das nicht nur den Sender, sondern das Prinzip demokratischer Kontrolle insgesamt. Für Menschen, die sich vom öffentlichen Diskurs abgehängt fühlen, kann so ein Verfahren ein Signal sein: Eure Meinung zählt – nicht nur beim Zappen.
Bürgerräte sind kein Selbstzweck, sie sind ein Werkzeug – und ihre Qualität hängt davon ab, wen sie wirklich erreichen. Die entscheidende Frage ist, ob unter den 51 Brandenburgerinnen und Brandenburgern auch diejenigen vertreten sind, die bislang wenig in den Redaktionen vorkommen: Menschen mit kleinem Einkommen, aus ländlichen Regionen, mit Migrationsgeschichte oder ostdeutscher Biografie. Gelingt das, könnte das Modell Schule machen – auch für den NDR und damit für Mecklenburg-Vorpommern.