CDU fliegt aus Landtag MV: Historischer Tiefpunkt bei 4,9 Prozent
Wenn eine große Volkspartei aus einem Landesparlament fällt, verlieren viele Menschen ihre gewohnte politische Ansprechpartnerin – besonders auf dem Land, wo CDU-Strukturen oft tief in Vereinen, Gemeinderat und Nachbarschaft verwurzelt waren. Das ist kein Triumph für die Demokratie, sondern ein Zeichen tiefer Entfremdung zwischen Politik und Bevölkerung, die es ernst zu nehmen gilt. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis, dass Wählerinnen und Wähler in MV sehr wohl politisch handlungsfähig sind – auch wenn die Richtung dieser Handlung viele beunruhigt.
Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet dieses Ergebnis eine Neuzusammensetzung des Landtags, die in der Geschichte des Bundeslandes ohne Vorbild ist. Die Frage ist jetzt nicht nur, wer regiert, sondern wer in den ländlichen Räumen zwischen Parchim und Vorpommern noch politisch erreichbar ist – und wer nicht mehr angerufen wird, weil das Büro der Partei schlicht nicht mehr existiert. Kommunale Netzwerke und zivilgesellschaftliche Strukturen müssen diese Lücke im Zweifel selbst füllen.