CDU-Fraktionschef Spahn tritt nach Leihmutterschaft zurück
Der Fall Spahn zeigt, wie unterschiedlich politische Regeln für jene wirken, die sie setzen, und für jene, die unter ihnen leben müssen. Menschen ohne finanzielle Mittel oder internationale Netzwerke haben schlicht keine Möglichkeit, ein deutsches Verbot im Ausland zu umgehen. Glaubwürdige demokratische Institutionen brauchen Politiker, die die Konsequenzen ihrer eigenen Gesetze tragen – oder offen für deren Reform eintreten.
Der Rücktritt eröffnet eine überfällige gesellschaftliche Debatte: Ist das deutsche Leihmutterschaftsverbot zeitgemäß, oder schützt es vor allem eine konservative Familienvorstellung, während es Betroffene ins rechtliche und finanzielle Ausland treibt? Feministische Perspektiven auf Leihmutterschaft – von Ausbeutung bis zu reproduktiver Selbstbestimmung – kamen in der bisherigen deutschen Politikdebatte kaum vor. Dieser Fall kann der Anstoß sein, sie endlich ernsthaft zu führen.