Chancencenter Frankfurt (Oder): Perspektiven statt Abschiebung
Das Chancencenter-Modell versucht, den gesellschaftlichen Widerspruch zwischen restriktiver Asylpolitik und dem Bedarf an Arbeitskräften konstruktiv aufzulösen. Es stärkt das Prinzip, dass Aufenthaltsrecht durch nachgewiesene gesellschaftliche Teilhabe erworben werden kann, und schafft damit eine Alternative zu kostenintensiven Abschiebeverfahren. Für eine offene Gesellschaft ist relevant, dass hier ein konkreter, messbarer Integrationsweg erprobt wird, der sowohl humanitären als auch wirtschaftlichen Interessen dient.
Brandenburg erprobt mit dem Chancencenter einen Ansatz, der bundesweit Schule machen könnte – auch für Mecklenburg-Vorpommern, das ebenfalls mit Fachkräftemangel und Integrationsfragen konfrontiert ist. Das Modell zeigt, dass Migrationspolitik dann produktiv wird, wenn sie Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration systematisch verbindet. Kommunen und Landespolitik in MV könnten prüfen, ob ähnliche Strukturen im eigenen Bundesland umsetzbar sind, insbesondere angesichts des hohen Bedarfs in Pflege, Handwerk und Landwirtschaft.