Chinas Stromnetz bremst den Ausbau erneuerbarer Energien
Das chinesische Beispiel zeigt, dass selbst massiver Ausbau erneuerbarer Energien wenig bringt, wenn die Infrastruktur nicht mitentwickelt wird – verschwendete grüne Energie bedeutet weiterhin fossile Abhängigkeit. Für eine gerechte Energiewende ist ein leistungsfähiges Netz keine technische Nebensache, sondern Voraussetzung dafür, dass alle gesellschaftlichen Gruppen von günstigem Ökostrom profitieren können. Die Erkenntnisse aus China liefern wertvolle Warnsignale für die europäische Netzplanung.
Für Mecklenburg-Vorpommern als windreiches Bundesland mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien ist die Netzfrage direkt relevant: Auch hier entstehen Engpässe, wenn Offshore- und Onshore-Windstrom nicht schnell genug abtransportiert werden kann. Der Bericht aus China liefert ein mahnendes Beispiel dafür, dass Netzausbau und Speicherkapazitäten parallel zu neuen Erzeugungsanlagen geplant werden müssen. Bürgerenergiegenossenschaften und kommunale Energieprojekte in MV können davon lernen, lokale Verbrauchsstrukturen von Anfang an in ihre Planung einzubeziehen, um Abregelungen zu vermeiden.