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Monday, 22. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

CORRECTIV macht Journalismus spielbar: "Projekt G" für Workshops

Das investigative Recherchezentrum CORRECTIV hat mit 'Projekt G' ein Brettspiel entwickelt, das investigativen Journalismus spielerisch erfahrbar macht. Teilnehmende decken in einem fiktiven Szenario ein Geheimtreffen auf und lernen dabei Recherchemethoden kennen, die sie anschließend vor einer fiktiven Chefredaktion vertreten müssen. Das Spiel richtet sich an Schulen und Bildungseinrichtungen und macht Medienkompetenz ohne Vorkenntnisse zugänglich. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo kritischer Lokaljournalismus vielerorts fehlt, könnte ein solches Format wichtige demokratische Grundlagen stärken.

Wer versteht, wie investigativer Journalismus funktioniert, lässt sich schwerer manipulieren – das ist gerade in Regionen wie Ostdeutschland keine Kleinigkeit, wo Misstrauen gegenüber Medien und Institutionen historisch gewachsen ist. Ein Spiel, das Recherche erlebbar macht, senkt die Hemmschwelle für Menschen, die mit klassischer Medienkompetenzbildung nichts anfangen können. Das stärkt letztlich demokratische Resilienz von unten.

Für Schulen, Jugendzentren und zivilgesellschaftliche Vereine in Mecklenburg-Vorpommern bietet "Projekt G" einen konkreten Einstieg in Demokratie- und Medienbildung. In einer Region, in der rechtsextreme Narrative und Desinformation besonders wirksam sind, kann erlebbare Journalismusbildung mehr leisten als jeder Frontalvortrag. Die Frage ist, wer das Spiel in die Fläche bringt – und ob Bildungseinrichtungen in dünn besiedelten Landkreisen überhaupt die Ressourcen haben, es einzusetzen.