DDR-Opfer: Traumaberatung meldet weiterhin großen Bedarf
Eine Demokratie, die ihre Geschichte ernst nimmt, darf die Menschen nicht allein lassen, die für Freiheit und Rechtsstaat einen persönlichen Preis bezahlt haben. Die psychischen Langzeitfolgen politischer Verfolgung sind kein Privatproblem, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung – ihre Anerkennung stärkt das kollektive Gedächtnis und das Vertrauen in demokratische Institutionen. Wer Betroffene systematisch versorgt, sendet ein klares Signal: Unrecht wird nicht vergessen.
Gerade in Mecklenburg-Vorpommern, wo die DDR-Vergangenheit besonders tief in Familienbiografien eingeschrieben ist, braucht es gut erreichbare Beratungsstrukturen – doch genau die fehlen im ländlichen Raum häufig. Die Erfahrungen spezialisierter Beratungsstellen zeigen, dass traumasensible Arbeit mit DDR-Opfern spezifisches Wissen erfordert und nicht einfach an allgemeine Psychotherapieangebote delegiert werden kann. Politisch wäre es ein konkreter Schritt, diese Stellen dauerhaft zu finanzieren statt auf projektgebundene Förderung angewiesen zu sein.