Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Monday, 14. September 2026
Ticker
Demokratie & Zivilgesellschaft

DGB warnt: Geplante Sozialreformen benachteiligen Frauen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt, dass geplante Sozialreformen von Union und SPD Frauen systematisch benachteiligen könnten, weil deren Erwerbsbiografien – geprägt durch Teilzeit, Pflege und Sorgearbeit – in den Reformplänen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Besonders betroffen wären Renten, Sozialleistungen und Arbeitsmarktregelungen. Der DGB fordert deshalb eine verpflichtende geschlechtersensible Folgenabschätzung, bevor Reformen in Kraft treten. Das wäre ein konkretes Instrument, um strukturelle Ungleichheit schon im Gesetzgebungsprozess sichtbar zu machen – nicht erst, wenn der Schaden angerichtet ist.

Sozialreformen, die strukturell benachteiligte Gruppen weiter schwächen, untergraben den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichstellung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie – denn wer wirtschaftlich abhängig bleibt, hat weniger Spielraum für politische Teilhabe. Gerade in einer Zeit, in der Rechtsextremismus besonders dort Fuß fasst, wo Menschen das Gefühl haben, vom System vergessen zu werden, ist soziale Gerechtigkeit eine demokratiepolitische Aufgabe.

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen im Niedriglohnsektor, in der Pflege und in Teilzeitmodellen – oft weil Kita-Plätze fehlen oder Löhne in der Region schlicht niedrig sind. Wer hier Sozialsysteme umbaut, ohne Geschlechtergerechtigkeit mitzudenken, zementiert bestehende Ungleichheiten. Gewerkschaften und Frauenverbände im Land sollten diese Debatte jetzt auf die regionale Ebene holen und konkrete Zahlen für MV einfordern.