DGB warnt: Geplante Sozialreformen benachteiligen Frauen
Sozialreformen, die strukturell benachteiligte Gruppen weiter schwächen, untergraben den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichstellung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie – denn wer wirtschaftlich abhängig bleibt, hat weniger Spielraum für politische Teilhabe. Gerade in einer Zeit, in der Rechtsextremismus besonders dort Fuß fasst, wo Menschen das Gefühl haben, vom System vergessen zu werden, ist soziale Gerechtigkeit eine demokratiepolitische Aufgabe.
In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten überdurchschnittlich viele Frauen im Niedriglohnsektor, in der Pflege und in Teilzeitmodellen – oft weil Kita-Plätze fehlen oder Löhne in der Region schlicht niedrig sind. Wer hier Sozialsysteme umbaut, ohne Geschlechtergerechtigkeit mitzudenken, zementiert bestehende Ungleichheiten. Gewerkschaften und Frauenverbände im Land sollten diese Debatte jetzt auf die regionale Ebene holen und konkrete Zahlen für MV einfordern.