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Saturday, 20. June 2026
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International

Digitale Souveränität: Europas KI-Kurs verfehlt das Ziel

Die EU strebt digitale Unabhängigkeit von US-Technologiekonzernen an, setzt dabei jedoch weiterhin auf energieintensive Großrechenzentren und marktmächtige Cloud-Anbieter. Fachleute und zivilgesellschaftliche Akteure warnen, dass dieser Ansatz alte Abhängigkeiten lediglich durch neue ersetzt, anstatt echte Souveränität zu schaffen. Als Alternative werden dezentrale, gemeinwohlorientierte digitale Infrastrukturen gefordert, die sowohl ökologisch als auch demokratisch nachhaltig gestaltet sein könnten. Für Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland bietet diese Debatte die Chance, regionale und föderale Modelle digitaler Selbstbestimmung aktiv einzubringen.

Digitale Souveränität ist keine technische Fußnote, sondern eine Grundlage demokratischer Selbstbestimmung: Wer die digitale Infrastruktur kontrolliert, beeinflusst Informationsflüsse, Datenschutz und wirtschaftliche Teilhabe. Eine EU-Strategie, die auf wenige mächtige Plattformen setzt, zentralisiert Macht und schafft neue Abhängigkeiten, die Bürger und Institutionen gleichermaßen betreffen.

Für eine offene, demokratische Gesellschaft braucht Europa eine KI-Infrastruktur, die nicht erneut in die Hände weniger Konzerne gegeben wird. Dezentrale, open-source-basierte Alternativen und gemeinwohlorientierte Rechenzentrumspolitik wären tragfähige Alternativen – auch für Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern, die von kommunaler digitaler Eigenständigkeit profitieren könnten. Der aktuelle EU-Kurs verdient kritische Begleitung durch Zivilgesellschaft und Politik.