Digitale Zeitzeugen: Holocaust-Erinnerung mit KI und VR
Erinnerungskultur ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss aktiv gepflegt und an neue Generationen weitergegeben werden, gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus und Rechtsextremismus wieder zunehmen. Technologien wie diese können Bildungseinrichtungen dabei helfen, Geschichte lebendig und greifbar zu machen, statt sie auf Museumsvitrinen zu reduzieren. Für eine offene Gesellschaft ist es entscheidend, dass die Erinnerung an den Holocaust nicht zur abstrakten Pflichtübung wird, sondern emotional und individuell erfahrbar bleibt.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo Rechtsextremismus besonders präsent ist, könnte diese Technologie an Schulen und Gedenkstätten neue Wege der Auseinandersetzung eröffnen. Gedenkstätten wie die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück oder das Dokumentationszentrum in Schwerin könnten von solchen Formaten profitieren. Zugleich muss kritisch gefragt werden: Welche Überlebenden werden für diese Projekte ausgewählt – und welche marginalisierten Gruppen, etwa Sinti und Roma, queere Verfolgte oder osteuropäische Opfer, drohen auch in der digitalen Erinnerungskultur unsichtbar zu bleiben? Technologie löst keine gesellschaftlichen Debatten, sie kann sie aber anstoßen.