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Monday, 22. June 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Direct Air Capture: CO₂-Abscheidung wird schnell größer

Der Markt für Direct Air Capture wächst jährlich um über 60 Prozent, während Anbieter wie Climeworks ihre Kapazitäten verzehnfachen wollen. Eine mögliche Integration in das EU-Emissionshandelssystem ab 2026 könnte die Technologie wirtschaftlich attraktiver machen und Investitionen beschleunigen. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem hohen Anteil an erneuerbaren Energien entstehen interessante Perspektiven: Überschussstrom aus Wind- und Solaranlagen könnte künftig günstig für den energieintensiven DAC-Betrieb genutzt werden. Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften sollten die regulatorische Entwicklung auf EU-Ebene genau beobachten, um frühzeitig Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Direct Air Capture ergänzt die Vermeidung von Emissionen um eine aktive Entnahme bereits freigesetzten CO₂ – und ist damit für das Erreichen der Klimaziele potenziell unverzichtbar. Solange die Technologie jedoch teuer und energieintensiv bleibt, stellt sich die Frage der gerechten Kostenverteilung: Wer zahlt für die Beseitigung von Emissionen, die alle verursacht haben? Eine Integration ins EU-Emissionshandelssystem könnte Marktanreize schaffen, muss aber sozialpolitisch flankiert werden.

Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinem wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien ist Direct Air Capture mittelbar relevant: Energieintensive CO₂-Abscheidungsanlagen könnten langfristig Überschussstrom aus Wind- und Solaranlagen sinnvoll nutzen. Eine EU-Regulierung ab 2026 würde außerdem neue Finanzierungsmodelle für Klimaschutzprojekte eröffnen, die auch kommunale Träger und Energiegenossenschaften im Land nutzen könnten. Die Technologie ist jedoch noch weit von einer flächendeckenden Umsetzung entfernt.