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Friday, 19. June 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

Drei-Meere-Initiative: Zu viel Gas, zu wenig Erneuerbare

Die Drei-Meere-Initiative hat mit ihrem Fokus auf Gasinfrastruktur zwar Europas Abhängigkeit von russischem Pipelinegas verringert, riskiert aber durch Anlagen mit 20 bis 30 Jahren Lebensdauer die Klimaziele 2050 zu unterlaufen. Für Mecklenburg-Vorpommern als Ostsee-Anrainer ist das relevant: Eine Neuausrichtung des mindestens zwei Milliarden Euro schweren Infrastrukturfonds auf erneuerbare Energien könnte regionale Projekte wie Offshore-Wind und grünen Wasserstoff stärken. Bürgerenergiegenossenschaften und Kommunen in MV sollten die Debatte um diese Mittel aufmerksam verfolgen, denn Förderprioritäten auf EU-Ebene prägen unmittelbar, welche Technologien in der Fläche finanzierbar werden. Die Chance zur Kurskorrektur ist jetzt da – sie muss genutzt werden.

Wenn milliardenschwere Infrastrukturprogramme heute noch in fossile Gasanlagen fließen, zementieren sie Abhängigkeiten, die eigentlich überwunden werden sollen. Für eine offene, demokratische Gesellschaft ist entscheidend, dass öffentliche Mittel transparent und zukunftsorientiert eingesetzt werden, anstatt kurzfristige Versorgungssicherheit gegen langfristige Klimaziele auszuspielen. Der Umbau zu erneuerbaren Energien stärkt außerdem die energiepolitische Souveränität Europas und mindert geopolitische Abhängigkeiten.

Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner starken Offshore-Windkraft und wachsenden Bürgerenergiegenossenschaften zeigt dieser Artikel: Europäische Infrastrukturprogramme können regionalen Akteuren entweder nützen oder schaden, je nachdem wohin das Geld fließt. Der Zwei-Milliarden-Euro-Fonds der Drei-Meere-Initiative könnte gezielt für grenzüberschreitende Netze und erneuerbare Projekte im Ostseeraum genutzt werden. Bundesländer wie MV sollten aktiv darauf hinwirken, dass entsprechende Förderprogramme auf EU-Ebene in Richtung Wind, Solar und Wasserstoff gelenkt werden.