Drei-Meere-Initiative: Zu viel Gas, zu wenig Erneuerbare
Wenn milliardenschwere Infrastrukturprogramme heute noch in fossile Gasanlagen fließen, zementieren sie Abhängigkeiten, die eigentlich überwunden werden sollen. Für eine offene, demokratische Gesellschaft ist entscheidend, dass öffentliche Mittel transparent und zukunftsorientiert eingesetzt werden, anstatt kurzfristige Versorgungssicherheit gegen langfristige Klimaziele auszuspielen. Der Umbau zu erneuerbaren Energien stärkt außerdem die energiepolitische Souveränität Europas und mindert geopolitische Abhängigkeiten.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner starken Offshore-Windkraft und wachsenden Bürgerenergiegenossenschaften zeigt dieser Artikel: Europäische Infrastrukturprogramme können regionalen Akteuren entweder nützen oder schaden, je nachdem wohin das Geld fließt. Der Zwei-Milliarden-Euro-Fonds der Drei-Meere-Initiative könnte gezielt für grenzüberschreitende Netze und erneuerbare Projekte im Ostseeraum genutzt werden. Bundesländer wie MV sollten aktiv darauf hinwirken, dass entsprechende Förderprogramme auf EU-Ebene in Richtung Wind, Solar und Wasserstoff gelenkt werden.