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Tuesday, 23. June 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

DRK fordert besseren Bevölkerungsschutz und mehr Geld für Freiwillige

Das Deutsche Rote Kreuz schlägt Alarm: Der Bevölkerungsschutz in Deutschland ist nicht ausreichend aufgestellt, besonders in strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern. DRK-Präsident Hermann Gröhe fordert konkret eine Verdoppelung des Taschengeldes im Freiwilligendienst, damit sich mehr Menschen das Ehrenamt überhaupt leisten können. Das Konzept von Bundesinnenminister Dobrindt gehe in die richtige Richtung, reiche aber nicht aus. Solange freiwilliges Engagement finanziell bestraft wird, trägt die Krisenvorsorge vor allem auf dem Land die ärmsten Schultern.

Ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist keine abstrakte Sicherheitsfrage – er entscheidet darüber, wer in einer Krise Hilfe bekommt und wer nicht. Wer auf Freiwillige setzt, muss diese auch fair entlohnen: Das Taschengeld im Freiwilligendienst ist kein Luxus, sondern eine Frage sozialer Gerechtigkeit, denn unbezahltes Ehrenamt können sich viele Menschen schlicht nicht leisten. Eine starke Zivilgesellschaft braucht materielle Grundlagen, keine bloßen Appelle.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo ländliche Gebiete oft weit von professionellen Rettungsdiensten entfernt liegen, ist die Freiwillige Feuerwehr und das Ehrenamt im Katastrophenschutz keine Option – sondern unverzichtbare Infrastruktur. Wenn Freiwilligendienste schlecht bezahlt werden, ziehen sich genau jene Menschen zurück, die es sich nicht leisten können, umsonst zu arbeiten: Menschen aus einkommensschwachen Verhältnissen, junge Leute aus dem Osten. Eine Verdoppelung des Taschengeldes wäre ein erster Schritt, der auch in MV spürbar werden würde.