Wissenschaft & Gesundheit
Englands Natur-Markt: Erste Bilanz fällt gemischt aus
England erprobt seit 16 Monaten ein Marktmodell, bei dem Bauvorhaben Natureingriffe durch Ausgleichsflächen kompensieren müssen – eine Studie zeigt jedoch, dass dabei bislang fast ausschließlich gewöhnliches Grünland entsteht, während ökologisch wertvolle Lebensräume wie Feuchtgebiete und Wälder kaum gefördert werden. Für Mecklenburg-Vorpommern, das selbst mit Fragen des Naturschutzes im Spannungsfeld mit Wohnungsbau und Infrastruktur umgeht, liefert diese Erfahrung wichtige Hinweise. Biodiversitätsmarkt-Modelle brauchen offenbar gezielte Steuerungsmechanismen, damit nicht nur einfach herzustellende, sondern tatsächlich schutzbedürftige Lebensräume gefördert werden. Politische Entscheidungsträger und Planungsbehörden sollten solche frühen Erkenntnisse aus dem Ausland bei der Weiterentwicklung eigener Ausgleichsregelungen berücksichtigen.
Das Prinzip 'Biodiversity Net Gain' klingt vielversprechend: Wer baut, muss die Natur andernorts verbessern. Doch wenn dabei hauptsächlich einfaches Grasland entsteht statt wertvoller Lebensräume, verfehlt das System wichtige globale Naturschutzziele wie das '30×30'-Ziel des Kunming-Montreal-Abkommens. Die Studie zeigt, dass gut gemeinte Marktmechanismen ohne klare Qualitätsvorgaben nicht automatisch zur Artenvielfalt beitragen.