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Thursday, 7. May 2026
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International

EU-Entwaldungsgesetz: Umsetzung rückt näher, Lücke bei Leder droht

Die EU-Kommission hält am Kerntext der Entwaldungsverordnung fest und strebt eine Umsetzung bis Ende 2026 an, was ein positives Signal für den globalen Waldschutz ist. Allerdings plant die Kommission, Leder vom Geltungsbereich auszunehmen, was eine bedeutende Schutzlücke schaffen würde. Das Gesetz hat bereits in Ländern wie Malaysia und Brasilien messbare Fortschritte bei der Walderhaltung bewirkt. Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich für eine lückenlose Umsetzung ein, um die volle Wirksamkeit des Regelwerks zu sichern.

Das EU-Entwaldungsgesetz verbindet Handelsregulierung mit Menschenrechtsschutz und Klimaschutz und zeigt, dass europäische Gesetzgebung globale Wirkung entfalten kann. Die Debatte um Ausnahmen für die Lederindustrie verdeutlicht, wie Lobbyinteressen ambitionierte Umweltgesetze untergraben können – ein Muster, das demokratische Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft kritisch beobachten sollten.

Für Europa und Deutschland ist dieses Gesetz ein Präzedenzfall für verbindliche Sorgfaltspflichten in globalen Lieferketten. Eine robuste Umsetzung ohne Leder-Ausnahme würde glaubwürdig signalisieren, dass die EU ihre Klimaziele auch handelspolitisch ernst nimmt. Verbraucher:innen und Unternehmen in der Region erhalten damit klarere Leitlinien für nachhaltige Beschaffung.