EU-Erweiterung: Geopolitik verdrängt Rechtsstaatskriterien
Eine EU-Erweiterung, die Rechtsstaatlichkeit und demokratische Reformen zugunsten geopolitischer Schnelligkeit zurückstellt, schwächt das Fundament der europäischen Demokratie. Für Bürgerinnen und Bürger in der gesamten EU bedeutet das: Neue Mitgliedsstaaten mit unvollständigen Rechtsstaatsreformen können europäische Institutionen und Entscheidungsprozesse dauerhaft belasten und demokratische Errungenschaften unterhöhlen.
Die EU steht vor einer grundlegenden Weichenstellung: Entweder bleibt sie eine Wertegemeinschaft mit verbindlichen Beitrittskriterien, oder sie wird zur geopolitischen Zweckgemeinschaft. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern, das als Grenzregion eng mit osteuropäischen Partnern verbunden ist, hat die Qualität dieser Erweiterung konkrete Folgen für Handel, Rechtsicherheit und regionale Kooperationen. Ein transparenter, an Reformen geknüpfter Erweiterungsprozess bleibt das wirksamste Instrument, um stabile Demokratien an Europas Grenzen zu fördern.