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Monday, 14. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

EU klagt Meta an: Instagram und Facebook machen süchtig

Die EU-Kommission klagt Meta wegen suchtförderndem Design von Instagram und Facebook an – Endlos-Scrollen und automatische Wiedergabe sollen bewusst eingesetzt werden, um Nutzerinnen und Nutzer zur zwanghaften Nutzung zu verleiten. Bisherige Schutzmaßnahmen des Konzerns werden als unzureichend bewertet. Bei einer Verurteilung drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Das Verfahren könnte ein wichtiger Schritt sein, um die Rechte von Nutzerinnen und Nutzern – besonders junger Menschen – gegenüber mächtigen Tech-Konzernen durchzusetzen.

Wenn Plattformen bewusst suchterzeugendes Design einsetzen, betrifft das nicht zufällig alle gleich: Kinder aus einkommensschwachen Familien, Jugendliche ohne starke soziale Netze und Menschen in strukturschwachen Regionen sind besonders schutzlos. Die EU-Klage ist ein Schritt hin zu echter digitaler Regulierung – weg von der Selbstregulierung durch Konzerne, die an Klickzahlen verdienen. Eine offene Gesellschaft braucht Plattformen, die das Wohlergehen ihrer Nutzerinnen und Nutzer nicht dem Profit opfern.

Der Digital Services Act zeigt hier erstmals Zähne – und das ist gut so. Die Frage ist, ob auf die Anklage auch wirkliche Konsequenzen folgen oder ob Meta am Ende wieder mit symbolischen Änderungen davonkommt. Für die europäische Demokratie ist entscheidend, dass Tech-Konzerne nicht länger die Regeln für sich selbst schreiben. Zivilgesellschaftliche Gruppen und Elternverbände können diesen Prozess aktiv begleiten und Druck auf nationale Regierungen ausüben, die Umsetzung ernst zu nehmen.